Begriffe des Bildungsplans

Personalisierendes Lernen

„Personalisiertes Lernen“ fasst individualisierendes und differenzierendes Lernen zusammen und steht für eine Individualisierung der Lernangebote. Das Konzept berücksichtigt heterogene Bedürfnisse innerhalb von kooperativ arbeitenden Lern- und Schulgemeinschaften. Personalisierendes Lernen wird gerne als Überbegriff des derzeitig angestrebten Lernkonzeptes der Gemeinschaftsschule verwendet.

Individualisierendes Lernen

Individualisierter oder individualisierender Unterricht beschreibt die Berücksichtigung eines jeden einzelnen Individuums innerhalb einer Lerngruppe. Während bei der Differenzierung lediglich zwischen verschieden leistungsstarken Gruppen unterschieden wird (z. B. gute, mittlere, schwache), soll bei der Individualisierung jedes Individuum einzeln betrachtet werden, was u.a. die Einbeziehung der individuellen Persönlichkeit jedes Gruppenmitgliedes ermöglicht.

  • Arbeiten an unterschiedlichen Aufgaben, Themen, Interessensschwerpunkten und nach Leistungsvermögen (zusätzliche Hilfen für schwache Schüler)
  • unterschiedliche Lehrbücher, Lernmaterialien und Arbeitshilfen
  • Reflexion des Lernfortschritts seitens der Schüler, Lernstandsdiagnostik und Förderpläne für schwache Schüler, ausreichende Bearbeitungszeit
  • Möglichkeit einer Auszeit, gesundheitlichen Probleme werden berücksichtigt
  • Möglichkeit zur Arbeit an eigenen Schwerpunkten
  • Sensibilisierung der Kinder für Leistungsunterschiede – Kinder unterstützen sich gegenseitig
  • transparente Leistungserwartungen / ggfs. additive Unterrichtsangebote

Kompetenzraster

„Kompetenzraster sind tabellarische Einschätzungsraster, mit denen Lernende und Lehrende gemeinsam arbeiten. Mit ihnen wird ein Entwicklungshorizont abgesteckt, in dem in differenzierter Weise der Weg beschrieben wird, und zwar von einfachen Grundkenntnissen bis hin zu komplexen Fähigkeitsstufen.

Arbeiten mit Kompetenzrastern in Lernlandschaften (LIS)

Die Teilkompetenzen der KR werden in Lernwegelisten (auch Checklisten) konkretisiert. In den Lernmaterialien finden sich Lernthemen, Lernprojekte und Lernaufgaben. Der Lernprozess des Schülers wird in einer Lernagenda (Lerntagebuch, Logbuch) dokumentiert.

Quelle: Landesbildungsserver BW

Input / Inputphase

Im Gegensatz zu einer klassischen Unterrichtsstunde aus Orientierungsgrundlage, Erarbeitung, Anwendung und Festigung besteht eine Inputphase nur aus der Orientierungsphase. Schüler einer Klasse oder Lerngruppe können sich dazu melden, um sich mit dem gewünschten oder geforderten Thema zu beschäftigen.

Lernatelier, Lernwerkstatt

Lernateliers sind im Idealfall eine Kombination aus Präsentation, Begegnungsflächen, Raum für praktische Erprobung, Expertenauskunft, Beratung sowie Lernbegleitung. Lernateliers konzentrieren ihr Angebot auf bestimmte Inhalte, sind jedoch offen für eine ganzheitliche Anregung und die Integration anderer Themenbereiche. Lernateliers bieten Lernmöglichkeiten, die sich an der Vielfalt der Besucher ausrichtet. Es stehen Medien zur Verfügung, welche die unterschiedlichen Lernstile berücksichtigen.

Lerngruppe

Horizontale Lerngruppe (Lernniveau)   Eine Lerngruppe kann ein Klassenverband sein, der in den Individualphasen mit anderen Lerngruppen einen regen Austausch pflegt. Die Türen sind offen, die Lehrer bleiben Ansprechpartner, die Schüler können sich nach Absprache aber in Ateliers, Arbeitsgruppen, Einzelarbeiten usw. selbst organisieren. Diese Phasen werden mit den dazugehörigen Fachlehrern, dem Lernbegleiter und dem Lerngruppenleiter vorbereitet und begleitet. Die Individualphase dieser Art von Lerngruppe findet innerhalb eines überschaubaren zeitlichen und inhaltlichen Rahmens statt.

Horizontale und vertikale Lerngruppe (Lernniveau und Lebensalter) Schüler aller Altersgruppen (u.U. innerhalb der Schulstufen Prima-, Sek I, Sek II) bilden eine Lerngemeinschaft für einen definierten Zeitraum. Der Lernbegleiter sollte bei diesem Modell die Schüler über diesen Zeitraum begleiten

Lerngruppenleiter

Der Lerngruppenleiter war früher der Klassenlehrer und steht heute den entsprechenden Lerngruppen vor. Neben den fachlichen und organisatorischen Aufgaben treten hier Lernbegleitung oder Coaching stark in den Vordergrund. Der Lerngruppenleiter pflegt eine Zusammenarbeit mit den Lernbegleitern (Coaches) der Lerngruppe.

Lernbegleiter

Lernbegleiter coachen eine Gruppe von Schülern für mindestens ein Schuljahr. Ihre Aufgaben sind die pädagogische und schulische Begleitung und Beratung. Jeder Schüler (Lernpartner) hat Anrecht auf mindestens ein Coachinggespräch pro Monat. Der Coach ist auch die informierende Schnittstelle zum Lerngruppenleiter, anderen Fachlehrern und den Eltern.